Das Architektonische Erbe des zerfallenen Vielvölkerstaates Jugoslawien wird seit einigen Jahren in Blogs, Fotobüchern und sozialen Medien thematisiert. Besonders die sogenannten "Revolutionsdenkmäler" ('Spomenici') als wichtiges Repräsentationsmittel des untergegangenen sozialistischen Staates sind in ihrer abstrakten Formensprache, ihrer monumentalen Dimensionen und ihrer bewussten Setzung in die Landschaft einmalig. Durch bedeutende Künstler der Zeit entworfen, verzichten sie auf eine narrative, sozialistisch-realistische Bildsprache. Einflüsse des Konstruktivismus, Symbolismus, Surrealismus und der Land Art sind ebenso auszumachen wie die Kontinuität innerhalb des Schaffens der Künstler. Der Masstab und die Aufladung der Gedenkstätten mit Programmatischen Anforderungen lassen den architektonischen Aspekt der Anlagen immer mehr hervortreten, bis hin zu einer totalen Verschmelzung von Skulptur und Architektur. 

Der  Zustand des Verfalls, in dem sich viele der Bauten heute präsentieren, ist so verständlich wie tragisch. Nach dem Verlust ihrer Rolle als Identitätsstiftende Monumente einer Gesellschaft, die wie keine andere die Verwirklichung der Utopie der Moderne zum Programm hatte, sehen die Bauwerke einer ungewissen Zukunft entgegen. Auch wenn ihre künstlerische Qualität in den Gesellschaften des Postjugoslawischen Raumes unbestritten ist, ist ein Aktiver Einsatz für die Erhaltung und Pflege in der nationalistisch geprägten Politik der vergangenen 25 Jahre kaum möglich gewesen. 

Unser Anliegen ist es, die künstlerisch, architektonisch historisch hochinteressanten Anlagen zugänglich zu machen. Durch die zunehmende Bekanntheit und eine offene Diskussion können auch die Voraussetzungen für eine Erhaltung der gefährdeten Bauwerke geschaffen werden. Nicht zuletzt könnte auch das Aufkommen eines neuen Denkmaltourismus Argumente für einen besseren Schutz der gefährdeten Anlagen liefern. 

Seit Jahren begleiten wir deshalb interessierte Fachleute zu den vergessenen Baudenkmälern der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien. Die zunehmende Nachfrage bewog uns dazu, Organisierte Reisen, offen für alle interessierten Personen anzubieten.  Fachleute aus den Bereichen Architektur, Fotografie, Geografie und Geschichte, Vielreisende auf der Suche nach neuen Einblicken und unbekannten Orten oder Spurensucher sollen auf diesen Reisen ins Gespräch kommen und ihr Wissen gegenseitig verknüpfen. Wir haben vor Ort ein Netzwerk von Experten aufgebaut, die uns an die jeweiligen Ziele begleiten und profunde Informationen vermitteln.  Selbstverständlich organisieren wir auf Wunsch auch die individuell auf ihre Gruppe zugeschnittene Reise.